Frankenpost 28.01.2010: Hilfe für Eltern und ihre Kinder
Münchberg - "René, ich suche ein Tier, das auf dem Bauernhof lebt und Milch gibt . . ." Der kleine Junge schwingt sich in seinem Schaukeltuch herum, sucht und findet die gewünschte Figur, die er dann vergnügt Jana Terton reicht. Die weiß als erfahrene HeilpädaRogogin und Physiotherapeutin, dass dieses Spiel dem Kind mehr abverlangt als ihm bewusst ist. Körperliche und geistige Bewegung und Koordination sind gefordert. Die gilt es zu trainieren.

Schaukeln, Figuren suchen, aufheben und dabei "Rätsel raten" - dem kleinen René macht das sichtlich Spaß. Jana Terton, Leiterin der Montessori-Frühförderung, weiß, dass das Ganze mehr ist als ein Spiel.
Foto: lk
Wir treffen die beiden in der neuen Frühförder- und Frühberatungsstelle der Montessori-Vereinigung Hof in Münchberg, Karlstraße 74. Ende Oktober 2009 wurde sie bezogen, am kommenden Samstag von 12 bis 17 Uhr werden die Räumlichkeiten bei einem "Tag der offenen Tür" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Erfahrung von 30 Jahren
Einen Tag zuvor, am Freitag um 11 Uhr, eröffnet die Frühförder- und Frühberatungsstelle der Lebenshilfe in der Schillerstraße 3. Melanie Rosenkranz, eine junge Diplomsozialpädagogin aus Münchberg, wird hier - vorerst in zwei Räumen - die Arbeit koordinieren. Die Eltern haben damit ab sofort die Wahl zwischen zwei Anlaufstellen in Münchberg. Das bedeutet für die beiden Anbieter Konkurrenz - aber die belebt ja bekanntlich das Geschäft.
Bisher mussten Mütter und Väter, die sich beraten lassen wollten beziehungsweise deren Kinder einer Förderung bedurften, nach Hof oder in andere Orte mit entsprechendem Angebot fahren. Bei Bedarf kamen und kommen die Therapeuten auch ins Haus. Die Lebenshilfe bietet seit über dreißig Jahren Frühförderung an - in der Hauptstelle in Hof, aber auch in den Außenstellen am Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum in Hof, in Naila, Rehau und im Helmbrechtser Kreisel. 1997 wurde in Hof die Montessori-Vereinigung gegründet, die ebenfalls Frühförderung im Programm hat. Das Angebot der beiden Anbieter liest sich in etwa gleich - schließlich sind die Kriterien auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben.
"Unsere Mitarbeiterinnen haben zusätzlich zu ihrer Ausbildung noch das Montessori-Diplom", erklärt Jana Terton, die Leiterin der Montessori-Frühförderung. Sie und ihre Mitarbeiter werden die Außenstelle Münchberg gemeinsam betreuen. In den vier Therapieräumen - auch einen "Matschraum" gibt es da - sollen sich Kinder und Eltern wohlfühlen.
"In der Regel werden Mutter und/oder Vater dabei sein, wenn mit den Kindern gearbeitet wird", sagt Terton. Eltern wüssten am besten Bescheid über ihr Kinder, andererseits erhielten sie beim gemeinsamen Tun wertvolle Anregungen für zu Hause. Auch mit den freien Praxen vor Ort, die Logopädie, Physio- und Ergotherapie betreiben, möchte Jana Terton zusammenarbeiten und "Synerieeffekte nutzen", wie sie sagt.
Beate Hahn-Stephan, Leiterin der Frühförderung und Frühberatung der Lebenshilfe in Hof, verweist auf die positiven Erfahrungen in den bereits bestehenden Außenstellen. Die Eltern, vor allem jene, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, schätzten das Angebot am Wohnort. Daher habe man schon vor längerer Zeit beschlossen, die Außenstelle Münchberg einzurichten.
Melanie Rosenkranz freut sich jedenfalls schon riesig, in ihrer Heimatstadt arbeiten zu können. "Die Sache spricht sich herum, es rufen bereits Leute an. Und bei entsprechender Nachfrage ist unser Angebot auch ausbaufähig. Natürlich sind wir weiterhin auch mobil unterwegs."
Von Lisbeth Kaupenjohann
Dieser Artikel ist erschienen in der Frankenpost Münchberg Seite 16

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