Frankenpost 07.10.2009: "Bieten in Münchberg alles rund ums Kind"

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Frau Terton, wann wird die "Casa Montessori" ihre neue Frühförderstelle in Münchberg eröffnen?

Zurzeit lassen wir die Räume in der ehemaligen Arztpraxis in der Karlstraße 74 renovieren; wir wollen möglichst noch im Oktober einziehen.

Was wird Ihr Team in Münchberg anbieten?

Wir stehen Familien zur Beratung und Frühförderung der Kinder zur Verfügung, für pädagogische und therapeutische Maßnahmen; auch auf Prävention legen wir einen Schwerpunkt. Unser Team bietet Eltern-Kind-Kurse an wie PEKiP, Yoga, Psychomotorik, autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Außerdem bieten wir Beratungen für Eltern von Kindern mit autistischen Störungen.

Was ist "PEKiP"?

Das "Prager Eltern-Kind-Programm", ein Kurs für Eltern und Kleinkinder ab der dritten oder vierten Lebenswoche. Dabei wird die Entwicklung des Kindes in der Gruppe spielerisch begleitet. Ziel ist unter anderem, die Interaktion zwischen Mutter und Kind zu fördern.

Wie sieht die Arbeit mit autistischen Kindern aus?

Das richtet sich danach, um welche Form von Autismus es sich handelt, da gibt es mehrere. Wir arbeiten mit den Kindern einzeln oder in Gruppen. Es geht darum, Sozialkompetenz zu fördern, die Interaktionsfähigkeit zu verbessern: Die Kinder lernen, sich mit anderen auszutauschen, zum Beispiel zu grüßen und die Regeln im täglichen Miteinander zu beachten

Grundlage Ihrer Arbeit sind die Montessori-Prinzipien?

Wir bieten in Münchberg die gesamte Palette wie in unserer Hauptstelle in Hof an, sozusagen alles rund ums Kind. Wir sind alle Montessori-Pädagogen, alle haben das Montessori-Diplom. Zusammenfassen lassen sich die Montessori-Grundzüge mit dem Satz: "Hilf mir, es selbst zu tun." Kinder sollen lernen, selbstständig zu handeln. Das ist unser Markenzeichen. Unsere Angebote und die Qualifikationen unserer Mitarbeiter gehen aber weit darüber hinaus. Je nach Bedarf sind Sozial-, Heil- oder Physiotherapeuthen, Ergothearapeuthen und Logopäden vor Ort. Nicht zuletzt bieten wir auch einen mobilen Fachdienst für die integrative Arbeit beispielsweise mit behinderten Kindern in Kindertagesstätten.

Warum gründet die Casa Montessori die Zweigstelle in Münchberg?

Es zeigt sich seit Langem, dass in Münchberg der Bedarf da ist. Wir arbeiten hier intensiv mit zwei Einrichtungen zusammen, mit dem Montessori-Kindergarten und dem Haus des Kindes. Bisher kommen viele Eltern aus dem Raum Münchberg zu uns nach Hof. Nach der Fahrt sind die Kinder aber oft müde, was die Arbeit erschwert. Auch in Richtung Gefrees und Stammbach ist der Bedarf groß.

Wie groß ist die neue Frühförderstelle?

Zirka 120 bis 140 Quadratmeter. Alles ist hell renoviert, wir verfügen über eine Werkstatt, einen "Matschraum", drei Frühförderräume und einen großen Bewegungsraum. Es gibt genug Platz, dass bis zu vier Leute gleichzeitig mit den Kindern arbeiten können.

Wer trägt die Kosten, wenn Eltern Ihre Dienste in Anspruch nehmen?

Zunächst einmal haben Eltern die Möglichkeit zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch. Die Erfahrung zeigt, dass man in vielen Fällen die Eltern beruhigen kann - dass keine Frühförderung nötig ist, sondern dass es auch helfen kann, das Kind zum Beispiel in eine Turngruppe zu geben. Wenn sich herausstellt, dass tatsächlich eine Frühförderung angebracht ist, muss diese beantragt werden. Für die Diagnostik kommt die Krankenkasse auf; die Kosten für die pädagogische Leistung trägt dann der Bezirk Oberfranken. Für die Eltern entstehen keine Kosten; sie haben darauf einen gesetzlichen Anspuch.

Das Gespräch führte
Hannes Keltsch
Interview
Jana Terton, Leiterin der Frühförderstelle "Casa Montessori"

Dieser Artikel ist in folgende Frankenpostausgaben erschienen: