Frankenpost 11.05.2011: Auch ein Ritter darf ängstlich sein

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Der Tag der offenen Tür der Montessori-Vereinigung in Münchberg bietet Eltern und Kindernviel Abwechslung. Im Mitmach-Theater dürfen die Besucher auch Schauspieler sein.

Von Werner Bußler

Münchberg – Seit über einem Jahr bietet die Außenstelle der Montessori-Vereinigung Hof in Münchberg Frühförderung, Beratung und Kurse an. Seminare über die Auswirkungen des Tragens auf die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder wie auch über die richtige Babynahrung werden von Familien mit Nachwuchs ebenso gerne angenommen wie Konzentrationstraining für Vorschulkinder oder Nachmittage, an denen Grundschüler und junge Mütter „rückenfit“ gemacht werden. Gut besucht sind die „Pekip“-Kurse. Mit dem Prager Eltern-Kind-Programm (Pekip) bekommen Mütter und Väter für ihre Keinkinder im ersten Lebensjahr altersgemäße Spielanregungen, mit denen das Kind sensorische, soziale, geistige und sprachliche Erfahrungen macht.

Außerdem treffen sich in den Räumen des Hauses regelmäßig Eltern-Kind-Gruppen. Ziel dieser Zusammenkünfte ist es, dass der Nachwuchs die Umwelt erforscht, kreativ wird und erfährt, wie gemeinsame Bewegung Spaß macht.

In der Einrichtung in der Karlstraße fand nun ein Tag der offenen Tür statt. Verbunden waren damit verschiedene Aktionen. So konnten die Besucher aus Zeitungspapier Tütchen formen und darin Pflänzchen stecken. Diese konnten sie mit nach Hause nehmen, umzu sehen, was da wächst. Die Mädchen und Jungen durften aber auch Waffeln backen, sich an der Kaffeemühle betätigen und Getränke mit Filter aufbrühen. Dies ist eine gute Übung, ummit den Fingern zu fühlen, und wird deshalb dem Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ von Maria Montessori vollauf gerecht. Denn Neugier und deren Entdeckung sind der Schlüssel für eine gute Entwicklung von Menschen.

Jana Terton, die Leiterin der Einrichtung, gab allerdings zu bedenken, dass bei einigen Leuten die Hemmschwelle für einen Besuch im Haus leider immer noch hoch sei. Oft werde nämlich fälschlicherweise geglaubt, die Angebote gelten nur für Menschen mit Behinderung. Tatsächlich seien die Angebote aber für alle Mädchen und Jungen und deren Eltern, die sich hier präventiv beraten lassen können, gedacht.

Während am Vormittag das Interesse eher überschaubar war, kamen nach dem Mittagessen weitaus mehr Gäste. Denn da stand schließlich ein Mitmachtheater auf dem Programm, das sich viele der jungen Besucher nicht entgehen lassen wollten.

Und das mit Recht, denn das Publikum hatte seinen Spaß. Gezeigt wurde die Geschichte vom furchtlosen Ritter Fridegon. Als er erfährt, dass seine Braut Edelgard vom Drachen entführt worden ist, ist er auf einmal gar nicht mehr mutig. Doch mit Hilfe seines Knappen und der tatkräftigen Unterstützung der Kinder besiegt er seine Angst und befreit seine Geliebte. Das Stück war für alle Zuschauer ein lustiges Erlebnis.

Nach der Vorführung übten die Kinder in den Räumen des Hauses mit Begeisterung die vielfältigen kreativen Tätigkeiten aus, wobei die Einrichtung ihrem Ruf als Wohlfühloase gerecht wurde.

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Der kleine Julian betätigt sich an der Kaffeemühle; links im Bild Heilpädagogin Susanne Jampen.

 

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Viel Spaß bereitet den Kindern das Mitmachtheater.

Fotos wb.

 


 

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